Bemerkenswert

bald geht`s los!

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das bin ich 😉

Hallo zusammen!

Mein Name ist Diana und ich werde ab August 2017 bis Februar 2018 mit der Organisation ICYE einen Freiwilligeneinsatz in Costa Rica absolvieren. Ich werde in einem Umwelt-Projekt arbeiten und bei einer Gastfamilie wohnen. Mit Hilfe dieses Blogs möchte ich meine Erlebnisse, Gefühle und Gedanken mit euch teilen. Gerne dürft ihr den Blog kommentieren und mir jederzeit Fragen stellen!

7 Tage. So lange werde ich noch in der Schweiz sein, bevor das Abenteuer beginnt. Wenn ich ehrlich bin, macht mich dieser Fakt ziemlich nervös… Einerseits bin ich unglaublich gespannt, was alles auf mich wartet, andererseits macht mich der Gedanke daran, dass ich alleine, für 6 Monate, auf einem anderen Kontinent leben werde auch ein wenig unruhig. Ich denke aber auch zuversichtlich an die nächsten Monate, denn viele Leute haben von Costa Rica geschwärmt, und dass meine Idee, einen Austausch zu machen, sehr gut ist.

Einige die mich kennen, wissen dass ich kein grosser Fan des Fliegens bin. Auch dies wird eine ziemliche Herausforderung für mich, denn auch hier ist es das erste Mal dass ich alleine fliegen werde. Nun gut, ganz alleine werde ich nicht sein, zwei weitere Volunteers, die auch nach Costa Rica gehen, werden im gleichen Flugzeug sein. Dies hilft mir, den Gedanken an die Reise erträglicher werden zu lassen.

Im Grossen und Ganzen heisst es jetzt nur noch abwarten und die Dinge auf mich zukommen lassen. Und ich denke diese 6 Monate werden zwar nicht ganz einfach, wenn man bedenkt dass ich kein Spanisch spreche, und ich 6 Monate von meinem Freund getrennt leben werde, aber dennoch wird es eine Zeit, die ich garantiert nicht wieder vergessen, und in der ich viel lernen werde.

Jetzt habe ich euch schon über meine Gefühle vor der Reise informiert, das nächste Mal, wenn ich hier schreiben werde, werde ich dies von Costa Rica aus tun und ich bin gespannt was ich dann alles zu erzählen weiss… 😉

Bis dann!

 

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Liebe(r) zukünftige(r) Freiwillige(r)

Vielleicht wirst du dich bald auf eine Reise ins Ungewisse machen und liest jetzt Blogs von anderen Freiwilligen, die diese Reise schon hinter sich haben.Vor meiner Reise las ich auch verschiedene Blogs und meistens las ich erfreuliche und schöne Dinge. Ich sah Fotos von glücklichen Gesichtern, schönen Stränden und atemberaubenden Wälder. Auch auf meinem Blog kann man mehrheitlich von guten Sachen lesen. Ich schreibe diesen Blogeintrag für dich, du wirst für einige Monate in einem fremden Land wohnen.

Ja, wohnen.

In einem fremden Land zu wohnen bedeutet den Alltag dieses Landes zu erleben. Es bedeutet, Leute kennenzulernen die glücklich sind, aber auch solche die Sorgen haben. Sorgen die wir in der Schweiz vielleicht so nicht kennen. Einen Austausch zu machen bedeutet nicht nur die schönen Dinge zu sehen und eine gute Zeit zu haben. Es bedeutet auch, Probleme zu erleben und mitzubekommen wie die Menschen damit umgehen.

Auch du selbst wirst vielleicht an Situationen geraten die dich herausfordern. Du wirst an einen Punkt kommen, an dem du denkst dass dieser Austausch vielleicht keine gute Idee war. Wahrscheinlich wirst du früher oder später in deinem Zimmer sitzen und dich fragen ob es dies wirklich wert war. Du wirst dich vielleicht fragen ob du deine Zeit verschwendest und denken was du in dieser Zeit in deiner Heimat alles hättest erreichen können.

Genau solche Momente habe ich erlebt. Es gab eine Zeit, da sass ich im Zimmer und fragte mich ob dies jetzt alles sei. Ich musste dann realisieren dass ich keine Touristin bin. Ein Tourist ist immer unterwegs, erlebt tausend Dinge und sieht noch viel mehr. Doch die Wahrheit ist; es ist nicht immer alles spannend und du wirst nicht ununterbrochen unterhalten. Wenn du realisierst dass du in diesem Land bist, um eine Kultur und ihre Menschen kennenzulernen, sieht auf einmal vieles anders aus. Du siehst deine Umgebung mit anderen Augen und plötzlich wird vieles wieder sehr interessant.

Aber sorry, ich möchte dich nicht erschrecken, oder dich von einem Austausch abhalten, auf keinen Fall! Im Gegenteil: Wage es! Wage dich in das Unbekannte und erlebe wie du mit Situationen konfrontiert wirst, mit denen sich nicht viele Leute jemals auseinandersetzen mussten. Erlebe zu was du fähig bist. Erlebe wie du plötzlich eine Sprache sprichst, obwohl du sie nie in der Schule gelernt hast. Erlebe wie gut es sich anfühlt Dinge alleine zu meistern und geniesse vor allem den Moment in dem du sagen kannst: Ich habe es geschafft.

In den Monaten in denen du deinen Austausch machen wirst, wirst du dich selbst besser kennen und lieben lernen, denn du wirst über deinen Schatten springen und dich vielleicht deinen Ängsten stellen müssen. Auf jeden Fall wurde mir aber eins klar: meine Zeit habe ich auf gar keinen Fall verschwendet!

Ich werde noch 5 Wochen hier sein. Zum einen macht mich dies traurig. Zum anderen freue ich mich natürlich darauf, wieder in die Schweiz zurückzukehren. Momentan fühle ich mich ziemlich gut. Ich fühle mich gestärkt und entspannt. Ich freue mich sehr darauf, bald noch einmal für einige Tage an den Strand gehen zu können und werde jede Sekunde davon geniessen!

Mit dem neuen Jahr kam auch die grosse Erleuchtung

Nein, ich habe mir weder vorgenommen gesünder zu leben, noch Gewicht zu verlieren. Doch kaum hat das neue Jahr begonnen, hat sich etwas verändert.

Heute ging ich zum ersten Mal nach den Ferien wieder arbeiten und ehrlich gesagt war es schrecklich. Ich mag die Arbeit dort nicht wirklich und allgemein fühle ich mich nicht besonders wohl. Dementsprechend war ich auch schlechter Laune als ich nach Hause kam. Ich überlegte mir was ich an der Situation ändern könnte, suchte im Internet nach Möglichkeiten vielleicht woanders einen Job zu finden, als mich plötzlich eine Erkenntnis traf; nicht das Projekt muss wechseln, meine Einstellung muss sich ändern!

Ich dachte nach und ich realisierte, dass dies eine Herausforderung ist, die nur darauf wartet von mir in Angriff genommen zu werden. Vor meinem Aufenthalt sagte ich: ich freue mich darauf, schwierige Situationen meistern zu müssen. Und genau dies ist jetzt so eine. Ich muss beginnen, Dinge positiver zu sehen. Es gibt so unglaublich viel für das ich dankbar bin, ich sollte diese mehr schätzen und weniger die Dinge sehen die mich stören. Ich denke wenn ich dies schaffe, werde ich endlich ein Mensch der offener und fröhlicher durchs Leben geht. Meine Herausforderung ist es jetzt also, im Projekt positiv zu bleiben. Da ich ja nicht mehr allzu lange da arbeiten muss, würde ich sagen dass dies ein machbares Ziel ist. Und wenn ich dies schaffe, kann ich immer zurückblicken, aus dieser Situation Erfahrung für die Zukunft sammeln und stolz auf mich sein. 🙂

Eine Sache für die ich zum Beispiel dankbar bin, war die Reise nach Jacó und Santa Teresa. Ich überstand die Reise heil, verbrachte die Zeit mit Menschen die mir ans Herz gewachsen sind und ich mag, ich durfte Sonnenuntergänge über dem Meer geniessen, lachte, redete, schwamm und durfte all dies, mein Geburtstag und Neujahr, in einer wohltuenden Wärme geniessen.

Ich bin überglücklich dass ich all dies erleben darf und werde alle Erlebnisse die ich hatte und Menschen die ich hier kennenlernte auf jeden Fall für immer in meinem Herzen behalten.

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Auf facebook könnt ihr übrigens das Video der Reise sehen 😉

Das überraschende Nicaragua

Da wir nun seit 3 Monaten in Costa Rica sind, mussten wir das Land für 72h verlassen, um danach wieder ein 3-monatiges Visum zu erhalten. ACI Costa Rica hat für uns die 2 tägige Reise auf die Isla de Ometepe organisiert. Nach ca. 14 stündiger Reise (!) mit Bus, Schiff und langem Warten am Zoll, kamen wir also auf der Insel mit den zwei Vulkanen an und legten uns erst einmal schlafen. In den nächsten zwei Tagen hatten wir die Möglichkeit schwimmen, reiten oder wandern zu gehen. Das Hostel war direkt am See und abends genossen wir die schönsten Sonnenuntergänge, gemeinsam mit vielen kleinen Glühwürmchen. Nach diesem eher kurzem Aufenthalt hiess es für die anderen Freiwilligen den Rückweg anzutreten. Anfangs waren wir 9 Leute, die sich auf den Weg nach Granada gemacht haben, danach wurden es immer weniger, bis nur noch 5 übrig waren.

Wir nahmen also den Bus nach Granada und bekamen erstmals einen Eindruck davon, was es bedeutet, in Nicaragua Bus zu fahren. Nur so viel: es war heiss, es war voll und auch Hühner fuhren mit uns mit. (auf dem Foto könnt ihr sehen wie vertrauenserweckend der Bereich des Fahrers aussieht) 😉

Nachdem wir angekommen sind und zum Glück unser Gepäck nicht vom Dach gefallen ist, entdeckten wir die Stadt und waren völlig überrascht und begeistert! Es hätte gerade so gut eine Stadt in Spanien sein können! Die Strassen waren sauber und die Häuser farbig. Für die nächsten 4 Tage genossen wir also Granada und seine Umgebung, inklusive schwimmen in einer Lagune.

Wir haben aber auch eine andere Seite Nicaraguas gesehen, und im Nachhinein bin ich froh habe ich das erlebt, denn sonst hätte ich jetzt wahrscheinlich ein ganz falsches Bild von dem Land. Wir haben nämlich in Masaya zwei Märkte besucht. Und zwar einen „normalen“ Markt für die Einheimischen und einen für die Touristen. Der erste hat uns fast umgehauen! Nicht nur, mussten wir Gerüche einatmen, die wir so noch nie gerochen haben, wir mussten über völlig, mit Plastikabfall verschmutzten Boden gehen und sahen, wie Fleisch und Fisch einfach auf dem Tisch lagen, bereit dazu, von einem Menschen mit einem starken Magen gekauft zu werden. An diesem Tag war ich sehr froh dass ich nicht alleine unterwegs war, denn die Männer in Nicaragua können ihre Gedanken alles andere als für sich behalten…

Aber eines der Highlights der Reise war der Ausflug zum aktivsten Vulkan des Landes! Nachdem wir die Tour bezahlt haben und, am Abend als es dunkel war, voll motiviert in den Reisebus gestiegen sind, waren wir sehr aufgeregt den Vulkan zu sehen. Leider wurde unsere Aufregung ein wenig gedämpft als wir fast eine Stunde warten mussten, da der Vulkan nur zu bestimmten Zeiten besucht werden kann, und dementsprechend viele Leute ihn sehen wollten. Als es dann so weit war und wir uns dem Vulkan näherten, war meine Erwartung nicht mehr allzu gross. Aber WOW! nie hätte ich gedacht dass dies ein derart faszinierender und gleichzeitig sehr beängstigender Anblick werden würde! Es war, als würde man direkt in den Eingang zur Hölle blicken, wir fühlten uns wie an einem Filmset und konnten uns fast nicht mehr einkriegen. Und uns wurde bewusst, wieviel Kraft die Erde eigentlich besitzt!

Ich habe zwar ein Foto davon gemacht, aber nie kann dieses Foto zeigen, wie eindrücklich dieser Anblick war.

Nach diesen erlebnisreichen Tagen ging es für uns 5 (1 Freiwilliger aus Finnland, 1 Freiwillige aus Deutschland, und wir 3 aus der Schweiz) weiter nach San Juan del Sur. Wo ich endlich zum ersten Mal seit langer Zeit das Meer wieder gesehen habe. Die letzten Tage waren wunderbar, wir haben das Meer genossen, wunderschöne Sonnenuntergänge gesehen und wir haben uns im Surfen versucht. So wie ich gehört habe, steht in San Juan del Sur die zweitgrösste Jesus Statue, nach der in Brasilien. Natürlich sind wir auch auf diesen Berg gestiegen, um von dort aus den Abend ausklingen zu lassen.

Alles in Allem war es eine unvergessliche Reise! Hier auf dem Blog könnt ihr schon einmal die besten Bilder sehen. Auf facebook habe ich das Video der Reise gepostet.

Ich weiss nicht, wie es bei euch ist, aber hier sind alle in Weihnachtsstimmung. Und wenn man im T-Shirt herumläuft und Weihnachtslichter sieht und Weihnachtslieder hört, könnte man meinen man wäre im falschen Film 😉

Ich geniesse es aber nach wie vor und bin gespannt was die nächsten Monate bringen werden!

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Die Isla de Ometepe mit den zwei Vulkanen
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Die Aussicht vom Hostel
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Kirche in Granada
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Aussicht auf Granada
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Ein Glockenturm in Granada
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Sicht vom Glockenturm in Granada
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auch in Granada
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ein nicaraguanischer Bus
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Der Vulkan!

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von Blumen und Schokolade

Nachdem ich 5 Tage Antibiotikum nehmen musste, weil ich mir, wahrscheinlich in Monteverde,  irgendwas eingefangen habe, bin ich jetzt wieder fit und kann einige Bilder, die auf verschiedenen Ausflügen entstanden sind, hier  hochladen.  Vor allem die „Blumen-Fans“ unter euch kommen dieses Mal nicht zu kurz. Auf zwei Bildern ist aber auch der Nebelwald zu sehen, dessen Besuch für mich bis jetzt das Highlight war. Der Ort hat etwas Mystisches und Geheimnisvolles und der Spaziergang im Wald hat sich wie ein Traum angefühlt. Ein unglaublich spezieller Ort!

Heute war ich in San José, da ich das Paket, das mir meine Mutter gesendet hat, abholen wollte. Ich setzte mich also um 6 Uhr früh in den Bus und nahm die lange Reise in Angriff. Als ich dann in San José ankam, ging ich auf die Poststelle, wo mir gesagt wurde dass ich am falschen Ort wäre. Ich solle nach „Zapote“ gehen. Nachdem ich herausfand, welchen Bus ich nehmen muss, und ich nochmal drei Personen nach dem Weg fragte, hatte ich es geschafft und wies meinen Abholschein vor. Ich zahlte die Aufbewahrungsgebühr und wurde zum nächsten Schalter geschickt. Dort wurde ich gefragt, was sich den im Paket befände und ich habe, so ehrlich wie ich bin, die Wahrheit gesagt und mit „Bücher und Schokolade“ geantwortet. Was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte, denn Sekunden später riss der nette Mann das Paket auf, wickelte alles aus und untersuchte es aufs Gründlichste. Ich bräuchte eine Bewilligung des Gesundheitsamtes für die Schokolade. Ich sah also durch die Scheibe die feine Schokolade und meine Bücher, aber konnte sie nicht haben…

Wo denn das Gesundheitsamt sei, fragte ich. In San José, antwortete der Mann. „Wenn sie uns die Bewilligung bringen, dürfen sie das Paket haben.“ Also alles zurück nach San José. Nachdem ich 5 Personen nach dem Gesundheitsamt fragte, fand ich dies dann auch und rechnete damit, dass ich einen Stempel bekam, und mit dem Stempel das Paket holen konnte, doch falsch gedacht. An diesem Schalter wurde ich zum nächsten geschickt, und dort wurde ich aufgefordert einen Brief zu schreiben, was sich im Paket befindet und zu welchem Zweck ich diese Dinge benötige. Ich schrieb also dass ich die Bücher zum Spanisch lernen bräuchte und die Schokolade zum Geniessen. Ich war mir nicht ganz sicher, was sie jetzt von mir hören wollten. Doch als ich den Brief abgab, hiess es, die Bewilligung träfe in etwa 15-30 Tagen ein…

Jetzt war ich also da, enttäuscht dass ich heute mein Paket nicht bekam und fragte mich, ob jemals jemand schon mal so einen Aufwand betrieben hat, um an Schokolade zu kommen… Naja, Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

 

In zwei Wochen geht es dann nach Nicaragua, auf die Isla de Ometepe. Dies ist für alle 6 monatigen Volunteers eine obligatorische Reise, da wir nach 3 Monaten das Land verlassen müssen, um unser Visum verlängern zu können. Das bedeutet also, dass in zwei Wochen die Hälfte meines Aufenthalts vorbei ist! So schnell geht das…

 

Touri Stuff, Kolibris und der Traum vom Postauto

Es war 8 Uhr abends, schon seit 2 Stunden war es draussen finstere Nacht. Meine  Gastschwester und ich waren allein Zuhause. Im Fernsehen kamen Trailer für den Horrorfilm „Es“. Also plötzlich der Fernseher ausging und wir im Dunkeln sassen. Die Gastmutter rief an: „stellt Kerzen auf!“ gesagt, getan. „Passiert das oft hier?“ fragte ich meine Gastschwester. „Jap, immer wieder mal. In der Schweiz nie?!“ Ich so: „Nein“ Dafür erntete ich einen sehr verwunderten Blick. „Waaas?“

Wir spielten also für ca. 2 Stunden Karten im Dunkeln und probierten nicht an den Horror Clown, den wir zuvor im Fernsehen gesehen hatten, zu denken. Auf jeden Fall war dies ein Vorfall der sich zwei Wochen später wiederholte, also ist es, denke ich, besser, wenn ich mich daran gewöhne 😉

Jetzt bin ich seit etwas mehr als einem Monat hier und ich muss sagen dass ich ab und zu ein wenig frustriert bin, wenn ich etwas sagen möchte, aber ich nicht weiss wie. Irgendwie geht’s dann schon, aber zuerst stammle ich irgendwas und meine Hände gestikulieren wild, und ich blicke in fragende Gesichter. Es gibt aber auch Momente in denen ich ohne gross nachzudenken einen Satz bilden kann, und das freut mich dann besonders. Ich darf einfach nicht vergessen dass es, um eine Sprache zu lernen, Zeit und Geduld braucht und das muss ich mir immer wieder bewusst machen. Im Grossen und Ganzen bin ich aber ganz zufrieden mit meinen, bis jetzt angeeigneten, Sprachkenntnissen denn verstehen kann ich schon deutlich mehr.

Jetzt zu meinem Arbeitsplatz: seit ca. 3 Wochen arbeite ich bei Innovaplant. Das ist eine Firma die In Vitro Pflanzen exportiert. Die Firma bietet sozusagen zwei Arbeitsplätze: in der Produktion, also in einer Art Gewächshaus und im Labor. Neben Innovaplant befindet sich der Garten „Else Kientzler“, wo ich die ersten zwei Wochen verbracht habe. Während dieser Zeit war ich damit beschäftigt Fotos der Pflanzen zu machen und Informationen über diese zu sammeln, damit ich später Touristen durch den Garten führen kann. Momentan arbeite ich im Labor. Dort werden, wenn ich es richtig verstanden habe, ist „Stecklinge“ das korrekte Wort dafür, in die Gläser mit  Melasse, die der Pflanze die nötigen Nährstoffe gibt, gesetzt  und dann an den Kunden gesendet. Meine Arbeit zurzeit besteht darin, bei verschiedenen anstehenden Aufgaben behilflich zu sein. Ich nummeriere Regale oder versehe die Pflanzen mit neu angefertigten Namensschildern. All diese Arbeit wird in ziemlich unvorteilhafter Kleidung erledigt. Ich trage Crocs, weite blaue Hosen, ein zu grosses weisses T-Shirt und darüber einen weissen Kittel. Und um die ganze modische Bekleidung noch abzurunden kommt ein wunderschönes Haarnetz auf den Kopf. Aber auch das ist nur halb so schlimm, wenn alle damit herumlaufen müssen 😉

Kürzlich habe ich einen Ausflug gemacht, und bin in einen „Adventure Park“.

Das Abenteuer besteht darin, dass man an 13 verschiedenen Drahtseilen durch den Regenwald rutschen kann. Unter diesen 13 befindet sich auch eine „Superman“ Rutsche. Wie der Name sagt, fliegt man also auf dem Bauch während ca. 45 Sekunden über die Baumwipfel. Und weil es wahrscheinlich auf jeder To-Do Liste jedes Touristen, der nach Costa Rica kommt, steht, musste ich das auch ausprobieren und von dieser Superman Rutsche war ich wirklich begeistert! Als ich über die Bäume des Regenwaldes gesaust bin und ich wirklich das Gefühl hatte, fliegen zu können, dieser Moment war unbeschreiblich!

Weil bis Dezember hier in Costa Rica Regenzeit ist, habe ich dafür gesorgt dass ich schon am Morgen im Park war und den Seilpark ohne Regen geniessen konnte. Und weil ich dachte ich könnte ja danach noch im Wald spazieren gehen, hatte ich vorsorglich Regenhose und Regenjacke eingepackt. Ich rüstete mich also und fühlte mich bereit, trotz des Regens in den Wald zu gehen. „Die Blätter fangen den Regen ja auch noch ab“, dachte ich. Leider lag ich falsch. Nach ca. 1o Minuten spürte ich, wie der Regen durch meine Kleidung drückte. Da ich aber in dem Moment unerwartet auf Kolibris stiess, konnte ich nicht anders und musste stehen bleiben und versuchen ein Foto zu schiessen. Diese flattrigen und erstaunlich kleinen Tierchen auf ein Foto zu kriegen, stellte sich aber als schwieriger heraus als gedacht! Dennoch kriegte ich es fertig ein Foto zu erhaschen, damit ihr auch etwas davon habt 😉

Also, mein Fazit nach einem Monat: ich habe mich eingelebt, fühle mich wohl und freue mich auf alle noch kommenden Monate. Aber dennoch ertappe ich mich ab und zu dabei, wie die „Schweizerin in mir“ davon träumt einen SBB Zug zu nehmen, mit dem Postauto einen Berg hinauf zu fahren und in einer Berghütte Älpermagronen zu essen.

Aber, wie geht das Lied nochmal? „dr Hans im Schnäggeloch het alles was er will…“

dieser Moment

Es gibt Momente im Leben, in denen man innehält und sich fragt was genau jetzt gerade geschehen ist oder wie man auf schnellstem Weg wieder aus dieser Situation herauskommt und es gibt Momente in denen man nicht weiter weiss und am liebsten alles fallen lassen und rufen möchte: „that`s it, ich bin raus!“. Auf der anderen Seite gibt es Momente in denen man verweilen möchte, solche die man für immer behalten möchte und andere Momente die für immer im Herzen bleiben werden.

In diesem Eintrag möchte ich mit euch Momente teilen, die entweder besonders schwierig, oder besonders schön waren.

Beispielsweise der Moment wenn man innerhalb von vier Tagen der Satz „we are lost“ drei Mal gehört hat und sich denkt: „also wenn sich nicht einmal die Einheimischen zurecht finden, wie zum Henker soll ich dann das machen?“ oder dieser Moment wenn du  in einem fremden Land in einen Bus gesetzt wirst, du eigentlich keine Ahnung hast was du jetzt tun sollst, dem Busfahrer eine völlig falsche Geldsumme in die Hand drückst und du nicht weisst wie du an deinem Ziel ankommen sollst. Oder der Moment wenn dir in der Stadt ein Mann mit einer Tasche in der Hand vor der Nase durchrennt, zwei Leute hinter ihm her rufen und du realisierst dass er wahrscheinlich auf der Flucht ist, du aber keine Ahnung hast ob und wie du ihn aufhalten kannst.

Und zu guter Letzt der Moment in dem es nicht nur regnet, sondern schüttet, du keinen Schirm hast, (okay, diesen Moment kennt ihr wahrscheinlich alle, aber mein Moment ist sozusagen die „Pro-Version“ davon) wenn du Schmerzen hast, der Bankomat nicht das macht was er soll, du nicht weisst wo du hin sollst, du alleine in einer fremden Stadt bist und zu all dem hin, noch die Sprache nicht sprichst, das ist so ein Moment in dem man, wie ich oben erwähnt habe, rufen möchte: „Hallo, ich hätte gerne eine Pause, kann ich mich kurz ausloggen?“ oder so 😉

Klar, diese Momente sind natürlich nicht alltäglich und viele Leute werden selten mit solchen konfrontiert. Ich habe sie auch nur erlebt weil ich so verrückt bin und mich auf diese Reise eingelassen habe ;-P Aber ich sage euch: all diese Momente haben etwas Gutes an sich: wenn man sich daran zurück erinnert, kann man sicher sein dass man etwas zu lachen und erzählen hat!

Natürlich und zum Glück, gibt es auch die schönen Momente: zum Beispiel dieser Moment wenn man zusammen mit der Gastschwester lachen muss, weil man sich mit Händen und Füssen verständigt oder der Moment in dem man verstanden hat was das Gegenüber auf Spanisch gesagt hat. Der Moment in dem man denkt, man hätte sich verlaufen und dann doch das Theater sieht, das man gesucht hat, der Moment in dem man sich in der Familie aufgenommen fühlt, der Moment in dem man von einem Bus in den anderen steigt, als hätte man nie etwas anderes getan und dem Busfahrer die richtige Geldsumme in die Hand drückt, der Moment in dem man seine Umgebung bewundert und man das Gefühl hat: ja, es war die richtige Entscheidung hierhin zukommen.

Diese Momente machen meine Reise zu etwas Wunderbarem, an dem ich mich noch jahrelang erfreuen kann!

Ich stelle hier noch einige Bilder online, die ich auf meinem Spaziergang gemacht habe, diejenigen die Spinnen nicht mögen, sollten sich also jetzt in Acht nehmen 😉 ich hatte aber auch angenehmere Objekte, und zwar viele verschiedene Schmetterlinge die von einer Blume zur nächsten geflogen sind. Die Fotos der Spinnen sind auf einem Spaziergang entstanden, bei dem ich eigentlich ein Ziel vor Augen hatte, ich aber dieses nur von Weitem bewundern konnte, weil ich auf dem falschen Hügel stand…

Hier kann ich leider keine Videos posten aber auf meiner facebook Seite könnt ihr euch anschauen wie mein Gastvater eine „caña de azúcar“, eine Zuckerrohr Pflanze, auseinandernimmt und uns ein Stück abgibt. Auf das Stück konnte man beissen und ein süsser Saft quoll heraus. Wie ihr seht bin ich am Anfang etwas skeptisch, aber es stellte sich heraus dass es echt gut schmeckte!

So, schon bald ist es Zeit ins Bett zu gehen, den morgen werde ich um 5 Uhr morgens im Bus nach San José sein müssen, damit ich pünktlich um 8:30 den zweiwöchigen Sprachkurs besuchen kann.

Bis zum nächsten Mal!

 

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die schöne Kirche von Sarchi, wo ich wohne

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eine von vielen wunderschönen Blumen die es hier gibt!

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Jep, diese Spinne isst tatsächlich gerade einen riesen Käfer!

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Ich hab`s nicht ausgehalten

Zwar bin ich noch nicht einmal 24 Stunden bei meiner Gastfamilie und doch habe ich so viel loszuwerden. Nach einem 12-stündigen Flug, den ich erstaunlicherweise ziemlich gut gemeistert habe, fuhr ich also mit meiner Gastfamilie in mein vorübergehendes Zuhause. Nachdem ich die Schweizer Schokolade, das Schweizer Bier und die Caran d`Ache Stifte übergeben hatte, ging ich dann auch schlafen. Einige Stunden später wurde ich durch Vögel, die hier zu Genüge vorhanden sind, geweckt. (ich behaupte dass dies der beste Wecker war, denn ich je hatte!) Zum Frühstück gab es Reis, Bohnen, Eier und Würstchen, es schmeckte super!

Später begleitete ich meine Gastschwester, zusammen mit meinem Gastvater, zu ihrer Schule.Ich verstehe jetzt auch „Sting“ wenn er singt „I`m an alien“ denn etwa so habe ich mich gefühlt. So ziemlich jeder hat den Kopf nach mir gedreht und als wir dann auch noch ein Klassenzimmer betraten, hatte ich die volle Aufmerksamkeit was mir alles andere als angenehm war. Als ich meine Beobachtungen meinem Gastvater schilderte, sagte dieser ich sei halt sehr gross. Eine Grösse von 1.70 cm erreichen „eigentlich nur Männer hier“. Ausserdem habe ich noch keine andere Person mit blonden Haaren gesehen… Komisch, wenn blond plötzlich etwas Rares wird…

Was mich sehr erstaunt ist die Tatsache dass meine 14-jährige Gastschwester die nächsten paar Wochen nur in die Schule muss um einen Test pro Tag zu schreiben, und danach wieder gehen kann. Es ist die „Prüfungsphase“. Ein wenig neidisch wird man da ja schon, denn bei uns bedeutet Prüfungsphase keine Gnade der Lehrer, lückenloses Weiterfahren im Schulstoff, 5-6 Prüfungen in der Woche und vollständige Unterbrechung des Soziallebens. Naja… vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber auf jeden Fall wird dieser Punkt im Schulsystem in der Schweiz vollkommen anders umgesetzt.

Dass ich in einem anderen Klima bin merkte ich spätestens heute, denn es war zuerst drückend heiss und schwül, und danach ging ein Gewitter los, dessen Donner einem wortwörtlich durch Mark und Bein ging. Denn erstens war er so laut wie ich es noch nie gehört habe, und zweitens spürte ich die Erschütterung im ganzen Körper.  Mir wurde gesagt dies sei normal, also werde ich mich daran gewöhnen müssen 😉

Mir gefällt es aber wirklich sehr hier, und ich freue mich auf die kommenden Monate. Ich brauche aber noch einige Tage bis ich mich an den Strassenlärm und vor allem an die Pick-Ups, die mit einer Musikbox auf dem Dach durch die Strassen kurven und lautstark Werbung verkünden, gewöhnt habe. Ich bin bereit dazu, mich an die Umgebung und an die neuen Lebensumstände anzupassen, auch wenn ich dabei akzeptieren muss, dass ich hier nur kalt duschen kann weil es kein warmes Wasser gibt. Ich würde aber sagen dass dies ein guter Preis ist, denn andererseits darf ich dieses Land, seine Artenvielfalt und die Menschen kennenlernen.

Also, noch nicht einmal 24h bei der Gastfamilie und schon so viele Dinge zu erzählen! Aber wie gesagt: Ich musste die news mit euch teilen, ich hab`s nicht ausgehalten… 😉

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Kaffee in Costa Rica schmeckt irgendwie besser…
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Ein Feuerwehrauto
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Das traditionelle Gericht „gallo pinto“, mein Frühstück
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Die Aussicht vom Balkon meiner Gastfamilie